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Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt...

Geschrieben von Ferdy.

20210526Wiederitzsch, 31.05.2021 - Wer im Mai unser Einsatzgeschehen ganz nah verfolgte wird bemerkt haben, dass in der ersten Monatshälfte fast täglich drei Alarmierungen zu bewältigen waren. Hier ein kleiner Auszug. Am 11. Mai wurde unser HLF in den Abendstunden zuerst zu einer Türöffnung nach Mockau entsandt. Auf dem Rückweg erhielten wir als Folgeauftrag auslaufende Betriebsstoffe auf einer Straße in Wiederitzsch. In der Nacht ging es dann zu einem Meldereinlauf in eine Wiederitzscher Tiefgarage, der sich als Fehlalarm herausstellte.

Am 14. Mai führte uns der dritte Einsatz des Tages auf die Kreuzung der B2 / B184. In den frühen Abendstunden ereignete sich ein Verkehrsunfall zwischen zwei Personenkraftwagen, bei denen sich mehrere Personen verletzten. Wir führten die Erstversorgung der Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch und banden auslaufende Betriebsstoffe. Auch für die drei kleinen Hunde der Betroffenen hatten wir etwas übrig.

Unser dritter Einsatz am 15. Mai führte unser HLF zu einem Verkehrsunfall mit zwei PKW auf die BAB 14 zwischen den Anschlussstellen Leipzig-Mitte und Leipzig-Nord. Bei starkem Regen und tief stehender Abendsonne waren die Verkehrsbedingungen alles andere als günstig. Glücklicherweise verletzte sich nur eine Person leicht, sodass wir recht schnell den Heimweg antreten konnten. An fast gleicher Stelle war wenige Wochen zuvor bei ähnlicher Wetterlage noch ein Verkehrsteilnehmer tödlich verunglückt. Wir wünschen der verletzten Person schnelle und vollständige Genesung.

Nach einigen Tagen der Ruhe holte uns am 26. Mai der Einsatzalltag umso stärker wieder ein. Bereits um 4:19 Uhr schreckte eine Alarmierung zu einem Wohnhausbrand unsere Einsatzkräfte aus dem Schlaf. Im Stadtteil Mockau brannten zwei Mehrfamilienhäuser über mehrere Etagen bis unters Dach. Unsere Einsatzkräfte rückten also mit dem HLF aus und führten eine Teilevakuierung eines Nachbarhauses durch, anschließend lösten sie die Korbbesatzung der Drehleiter der Feuerwache 3 bei der Brandbekämpfung ab. Dazu fuhren sie unter schwerem Atemschutz mit dem Korb über das Dach, öffneten dieses mit dem Einreißhaken und löschten die Flammen ab. Nachdem wir gegen 7 Uhr den Heimweg antreten konnten, erhielten wir wenige Minuten später den Folgeeinsatz in die Torgauer Straße unweit der dortigen Feuerwache 3. Die Kameraden waren jedoch noch selbst im zuvor erwähnten Einsatz gebunden. Nach einem Sturz mit einem Motorrad war an der Kreuzun gPortitzer Allee großflächig Betriebsstoff ausgetreten. Das war zwar für uns eine Kleinigkeit, aber mitten im Berufsverkehr auf einer stark befahrenen Kreuzung trotz Absperrung nicht ungefährlich. Kaum im Gerätehaus angekommen blieb keine Zeit die Ausrüstung nachzubereiten, denn es folgte eine First Responder Alarmierung nach Gohlis. In Windeseile saß die Besatzung wieder auf dem HLF und fuhr unter Nutzung des Schnellfahrlichtes und der dazugehörigen Akustik in den benachbarten Stadtbezirk. Gemeinsam mit dem Rettungsdienst gelang es, den Patienten erfolgreich zu reanimieren. Nun blieb wirklich etwas Zeit die drei Einsätze nachzubereiten und einen Kaffee aufzusetzen. Doch bereits kurz nach 10 Uhr ging es zur Türnotöffnung in die Wiederitzscher Landstraße. Nach gut sieben Stunden Einsatzzeit endete für uns einer der einsatzreichsten Vormittage unserer Feuerwehrgeschichte.